heise online - 15.07.09 - Familienministerin bedauert Kinderporno-Fauxpas mit Indien

Es sei "sehr bedauerlich", dass die "jüngste Entwicklung in Indien" in der Quelle noch nicht erfasst gewesen sei.

Die indischen Diplomaten hatten dagegen klar gemacht, dass schon das indische Strafgesetzbuch und die Strafprozessordnung von 1973 mehrere Bestimmungen zur Bestrafung von Kinderpornographie beinhalteten.

[...]

Der Vorgang zeigt für das Ressort von der Leyens ferner, "wie wichtig es ist, die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen Kinderpornographie zu stärken".

Kinderpornographie - Inderpornographie.
Da kann man ja schon mal durcheinander kommen.

Wobei der Vorfall dann doch ein schlechtes Licht auf die "Kinder statt Inder"-Kampagne des vdL-Kollegen Rüttgers wirft.

Laschet fordert Altersgrenzen für Internetseiten - Nachrichten - DerWesten

Köln. Internetangebote sollten ebenso wie Filme oder Spiele eine Alterskennzeichnung bekommen. Das fordert NRW-Familienminister Armin Laschet. Entweder müssten die Anbieter die Seite selbst kennzeichnen oder eine unabhängige Prüfstelle eingesetzt werden.

Endlich mal eine ABM-Massnahme die greift. Ein paar hundert Millionen Webseiten zu prüfen schafft nicht mal das BKA so nebenher.

Oder brauchen wir doch nicht eher den Internetführerschein? Zumindest für politisierende Schrebergartendemagogen.

Iran Has Built a Censorship Monster, With Help From Western Tech

Iran Flag ImageWhen it comes to online censorship and monitoring online activities, the first country that usually comes to mind is China and its Great Firewall. This, however, may soon change, as it seems that Iran has built one of the most advanced systems for monitoring all online traffic, with the help of technology built by Nokia and Siemens.

The Great Firewall of Iran, as it will undoubtedly be dubbed, involves deep packet inspection, a technique that examines both the header and the data part of internet data packets and can be used for eavesdropping, censorship and data mining.

According to the Wall Street Journal, Iran’s online monitoring and censorship system digs through data at one big choke point, which is made easy by the fact that the government owns a telecom which holds a monopoly over the country’s online communication. This is different from China’s Great Firewall, which is far more decentralized, but it makes it even more advanced than the Chinese version, since it’s easier to monitor traffic at one point than having to synchronize such efforts at many locations. This is enhanced by the fact that China has 300 million Internet users, compared to Iran’s 23 million Internet users.

The equipment that enables such measures has been provided to Iran, in part, by a joint venture between Nokia and Siemens, and according to the WSJ, the spokesman for the venture, Ben Roome, has confirmed this. However, the company has since sold the business of “and interception of all types of voice and data communication on all networks” – as described in the company brochure – to a Munich-based investment firm Perusa Partners Fund 1 LP.

The morality of creating “intelligence solutions” such as these and selling them to oppressive regimes is subject to debate. However, what the end user needs to be concerned with is stopping and preventing such measures. One approach, which I’ve mentioned in a couple of earlier posts, is encryption. The idea is for a critical mass of users – perhaps 30% of all Internet users – to start encrypting their Internet traffic, which would make it too expensive and too complex for any organization, even a government of a wealthy country, to monitor it. Several initiatives that help end users easily encrypt traffic have emerged in recent years; hopefully, some of them will soon enter the mainstream and make any censorship and online monitoring effort futile.

Kolumne: Netz-Anarchos und trojanische Pferde | Frankfurter Rundschau - Top-News

Es ist eine eigentümliche Schar, die sich unter dem Banner der Netzfreiheit versammelt hat. Einerseits kriminelle Geschäftemacher, die das Internet benutzen, um verbotene Produkte an den Mann zu bringen, und andererseits ein Ensemble von Freiheitskämpfern, die ihre anarchistischen (kein Staat!) oder kommunistischen Ideen (kein Eigentum) in der virtuellen Welt des Internets realisieren wollen.

Das Paralleluniversum des Internets ist danach durch einen tiefen Graben - eine ontische Differenz - von der realen Welt getrennt, und deswegen kann in der Virtualität praktiziert werden, was in der Realität unmöglich oder doch in weiter Ferne ist. Das Internet wird zur Gegenwelt des Realen oder zum Vorgriff auf eine zukünftige Gesellschaft stilisiert, und deswegen ist seine Freiheit gegen alle staatlichen Eingriffe zu verteidigen.

Der Verständnishorizont des Herrn Münkler ist durch einen tiefen Graben von der Realität getrennt. Ausgehend von diesen Prämissen landet er bei einem protofaschistischen Seiendem, dass er dann auch nicht versteht. Aber als bildungsbürgerlich verbrämtes Geschwurbel auf bedrucktem Zeitungspapier verbreiten darf.

heise online - 27.05.09 - Kulturstaatsminister macht sich für Internetsperren bei Urheberrechtsverletzungen stark

"Internetsperren sind vernünftig", hatte zuvor auch Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, ein weiteres Mal Partei ergriffen für den französischen Ansatz. "Wir haben das Internet sehr anarchisch, sehr kindisch und spielerisch diskutiert", bemängelte der frühere Medienmacher. Es sei immer als "Freiraum für den Mittelstand und die künstlerische Selbstverwirklichung" dargestellt worden. Nun gehe der "Kern unserer Kultur" und damit auch 61 Milliarden schwere "Leitmärkte" verloren. Daher müsse nun rasch eine Art "Flensburg fürs Internet" eingeführt werden, forderte Gorny den Aufbau einer Art Verkehrssünderkartei nebst Führerscheinentzug für die Datenautobahn.

Für diesen Beitrag hat sich der Dieter einen Extraeintrag in die Flensburger Bölkstoffkartei verdient.

AK Zensur zeigt: “Löschen statt verstecken: Es funktioniert!” : netzpolitik.org

AK Zensur zeigt: “Löschen statt verstecken: Es funktioniert!”

von Jörg-Olaf Schäfers um 1:41 am Mittwoch, 27. Mai 2009

Da schau an: In weniger als 12 Stunden konnte der Arbeitskreis Zensur die Löschung von 60 kinderpornografischen Webseiten erreichen. Per Mail! Auch sonst überraschen die Ergebnisse der digitalen Versuchsanordnung:  

Löschen statt verstecken: Es funktioniert!

Innerhalb von 12 Stunden wurden 60 kinderpornographische Internet-Angebote gelöscht

Im Streit um geeignete Maßnahmen gegen im Internet dokumentierten Kindesmissbrauch (”Kinderpornographie”) wird von Befürwortern bloßer Sperren angeführt, dass es oftmals nicht oder nur mit erheblichem Aufwand möglich sei, die Inhalte zu entfernen oder der Urheber habhaft zu werden.

Jetzt machte Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) die Probe aufs Exempel, analysierte mit automatischen Verfahren die diversen europäischen Sperrlisten und schrieb die Provider an, auf deren Servern sich laut der Listen kinderpornographisches Material befinden soll. Mit beeindruckender Resonanz: Innerhalb der ersten 12 Stunden nach Aussenden der Mails wurden bereits 60 Webauftritte gelöscht.

Weitere Resultate und Erkenntnisse:

  • Die ersten Reaktionen folgten bereits nach wenigen Minuten, unter anderem aus den USA, Holland, Dänemark, Russland sowie Deutschland.
  • Drei der jetzt vom Netz genommenen Webauftritte befanden sich auf Servern in Deutschland.
  • Insgesamt wurden 348 verschiedene Provider in 46 Ländern angeschrieben und über rund 1943 gesperrte illegale Webseiten informiert. 250 Provider haben auf die Anfrage geantwortet, haben aber nur selten illegale Inhalte gefunden: zehn Provider gaben an, ingesamt 61 illegale Inhalte entfernt zu haben. Mit einer einfachen E-Mail kann man also schon viel erreichen.
  • Bei der überwiegenden Mehrheit der Webseiten, darunter einigen aus Deutschland, zeigte sich bei der Überprüfung durch den Provider, dass die Webseiten kein kinderpornographisches, teils überhaupt kein irgendwie beanstandbares Material enthielten - die Webauftritte waren folglich zu Unrecht gesperrt. In Finnland werden zudem auch mehrere inländische Webseiten blockiert, die sich kritisch mit den dortigen Internet-Sperren auseinandersetzen.
  • Die Provider wurden bislang nicht darüber informiert, dass die bei ihnen gehosteten Webauftritte auf einschlägigen Sperrlisten geführt wurden.
  • Wenn sie darauf hingewiesen werden, sind die Provider zur Kooperation bereit und entfernen illegale Inhalte umgehend.
  • Teilweise handelte es sich bei dem gesperrten Material um “gecrackte” Webauftritte, also solche, die durch Ausnutzen von Sicherheitslücken zur Verbreitung fremden Materials missbraucht wurden. Auch hier zeigten sich die Provider sehr dankbar für die Hinweise.  

Die Abschaltung von Webauftritten mit kinderpornographischen Inhalten dauert nicht länger als die Übermittlung einer Sperrliste. Dies führt die Argumentation der Befürworter des bloßen Sperrens ad absurdum - es gibt keinen sachlichen Grund, strafbare Inhalte im Netz zu belassen und sie für alle einschlägig Interessierten mit minimalem Aufwand weiterhin zugänglich zu halten.

Was für eine Bürgerinitiative wie den Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur möglich ist, sollte für die deutsche Regierung und Strafverfolgungsbehörden ein Leichtes sein und die hier erzielten Ergebnisse deutlich übertreffen können.

Löschen statt Sperren - von Beginn an die Forderung des AK Zensur - ist möglich

Über den Arbeitskreis gegen Internet-Sperren (AK Zensur):

Der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) spricht sich gegen die von der Bundesregierung geplanten Internetsperren aus und fordert eine effektive Bekämpfung von Kindesmissbrauch anstatt einer Symbolpolitik, die nur das Wegschauen fördert, den Opfern nicht hilft und dafür eine Infrastruktur einrichtet, die Grundrechte der Allgemeinheit einschränkt. Er koordiniert die Arbeit der Sperrgegner, freut sich aber gleichzeitig über die vielen Aktivitäten, die dezentral on- und offline stattfinden.

Dem AK Zensur gehören unter anderem an: der Chaos Computer Club, der FoeBuD e.V, der Förderverein Informationstechnik und Gesellschaft e.V. (FITUG), das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FIfF), die MissbrauchsOpfer gegen InternetSperren (MOGIS), netzpolitik.org, die Online-Plattform ODEM.org, der Trotz Allem e.V. und viele Einzelpersonen.

HPI Hasso-Plattner-Institut - Wissenschaftler fordert sachlichere Diskussion über Internetsperren gegen Kinderpornographie

Interessanterweise hat bei gedruckten Medien die Öffentlichkeit längst akzeptiert, dass Strafbares dort nicht veröffentlicht werden darf und versteht das nicht als Angriff auf die Meinungsfreiheit. Wir müssen lernen, dass dies auch für das noch sehr junge Medium Internet zu gelten hat", betonte Meinel.

Sehr geehrter Herr Prof. Christoph Meinel,

interessanterweise darf Strafbares auch heute nicht im Internet veröffentlich werden (wobei nationale Gesetzgebungen bisweilen recht unterschiedliche Dinge als strafwürdig erachten). Oder pflegt man beim HPI hier ein andres Rechtsverständnis?

Aber noch viel interessantererweise hat die Öffentlichkeit bei gedruckten Medien genau nicht akzeptiert, dass zur Vermeidung der Distribtion verbotswidrig gedruckter Inhalte sämtliche Briefe und Päckchen dementsprechend inhaltlich kontrolliert werden dürfen.

PS Die "irrationalen Ängste" vor der Ausweitung der Sperren schüren weniger wir Bedenkenträger, als Begehrlichkeitsprotagonisten wie Pop-Opa Dieter Gorny et. al. Aber wir wollten ja schön sachlich bleiben.

Online-Petition erfolgreich - Kinderpornografie: Aufstand im Internet - Deutschland - Politik - Hamburger Abendblatt / abendblatt.de

Von der Leyen ließ dies dennoch unbeeindruckt. „Eine zivilisierte Gesellschaft, einschließlich der Internetgemeinschaft, die Kinderpornografie ernsthaft ächtet, darf auch im Internet nicht tolerieren, dass jeder diese Bilder und Videos vergewaltigter Kinder ungehindert anklicken kann“, teilte das Ministerium mit. „Das Leid der Opfer ist real, nicht virtuell. Jeder Klick und jeder Download verlängert die Schändung der hilflosen Kinder“.